Zeit – keine Zeit haben, viel Zeit haben

Zeit ist vermutlich einer der konkretesten und begrenzensten aber auch einer der ziellosesten und grenzenlosesten Begriffe, die wir als Menschen kennen. Wie oft hört man sich selbst darüber reden oder Sätze sagen wie: „Ich habe keine Zeit!“ oder, „Die Zeit läuft mir davon!“ Stimmt das so wirklich oder sind wir einfach nur Meister darin, uns eine Entschuldigung dafür zu suchen, dass wir irgendetwas noch nicht gemacht haben, nicht machen wollen? Vielleicht liegt es einfach auch nur daran, dass wir uns sinnlos verplanen und dann in Hetze und Eile geraten. Jeder, der ehrlich zu sich selbst ist, hat das zumindest schon einmal so oder so ähnlich erlebt. Dabei ist Zeit keine begrenzte Angelegenheit. Zeit ist unerschöpflich, Zeit kommt immer wieder nach und geht also nicht aus. Zeit wird es noch geben, wenn es die Menschheit vielleicht einmal nicht mehr gibt. Das heißt aber doch für uns Menschen, dass wir Zeit haben oder? Sicher, unsere „Lebenszeit“ ist begrenzt, aber im Alltag denken wir nicht unbedingt daran. Wir denken daran wenn wir schwer krank sind oder den Tod in einer anderen Art oder Form vor uns sehen. Dann auf einmal merken wir, dass wir wirklich keine oder halt nur begrenzte Zeit zur Verfügung haben. Im normalen Lebensalltag aber, stehlen wir uns die Zeit selbst. Entweder wir machen zu viel auf einmal oder wir planen zu wenig Zeit für gewisse Abschnitte des Tages ein. Ruhezeiten und vor sich hinträumen, ob laut oder leise, zählt übrigens nicht als Zeitverschwendung. Meistens sind das sehr produktive Zeiten, in denen wir uns Gedanken machen über dieses oder jenes Thema. Was ist dann aber mit dem Satz, dass mir die Zeit davonläuft oder ich keine habe? Das passiert immer dann, wenn ich zuviel will oder wenn ich Dinge unter Zeitdruck erledige, die eigentlich mehr Zeit verdient hätten. Vielleicht könnten diese Dinge aber auch zu einem anderen Zeitpunkt erledigt werden? Um das gleich klar zu sagen, damit meine ich nicht „Aufschieben“. Damit meine ich, dass Menschen oder Tiere und Natur, wenn ich mich damit beschäftige, ob privat oder beruflich, meine Zeit verdient haben und dass ich mir deshalb diese Zeit auch nehme. Also liegt Zeit zu haben vordergründig an meiner eigenen Planung und daran, nicht zu viel in den Tag zu packen. Wer das einmal probiert hat, der merkt, dass er ruhiger und gelassener wird und abends vor dem Schlafen gehen mit sich und seiner Zeiteinteilung im Reinen ist. Zudem freut man sich auf den nächsten Tag und auf das, was dann zu tun ist. Die Tage werden auf einmal länger, produktiver und intensiver und man bringt viel mehr unter als man denkt.

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