In Bildern denken – Bilder im Kopf verankern und sie für eine komplexe Bewegung jederzeit abrufen

In Bildern zu denken ist für manche Menschen einfacher als abstrakt zu denken. Die meisten Menschen haben aber Probleme, gesehene Bilder umzusetzen und bei Bedarf abzurufen. Das kann man am besten daran sehen, dass viele Zeugenbefragungen zum gleichen Hergang völlig unterschiedlich Aussagen hervorrufen. Das gilt als normal. Doch warum sind bewegte Bilder so schwer und vor allem die Bilder der eigenen Bewegung? Weil ich mich selbst nicht sehen kann oder mein Körpergefühl mir etwas anderes sagt? In Bildern zu denken ist der Beginn eines fotografischen Gedächtnisses. Jeder kann das selbst ausprobieren. Einfach mal eine Illustrierte oder Zeitung nehmen oder einen Prospekt, ganz egal. Drei Minuten ansehen und umdrehen und dann los. Was weiß man noch von dem was abgebildet war? Einige werden feststellen, dass das ziemlich schwer ist. Wie war die Farbe des Pullovers oder des Autos? Hatte das Fahrzeug einen Dachträger oder eine Rehling, wie war die Form der Scheinwerfer oder der Schnitt der Jacke? Schon da wird der eine oder andere bemerken, dass ziemlich viel fehlt. Dabei müssen die Bilder nicht mal kompliziert sein. Drei Minuten sind eine sehr lange Zeit und doch bleibt so wenig hängen. Jetzt werden mir aber Bilder von meiner eigenen Bewegung vorgespielt und ich soll was verändern – geht ja gar nicht oder es kommt, „Aber das habe ich doch gemacht!“ Nein eben nicht und das bringt manche zur Weißglut. Mit einem speziellen Mentaltraining in Verbindung mit Hypnose kann man jede eigene Bewegung umstellen. Es gibt wunderbare einfache Übungen mit denen man beginnen kann. Das hat alles sehr wenig mit Talent zu tun sondern mit der richtigen Anleitung. Ich hatte mal einen Trainer, der mich bei meiner Bewegung gefilmt hatte. Danach kam der Kommentar: „Ich kann nicht feststellen, dass Du irgendwas so richtig falsch gemacht hast!“ Wie man sich vorstellen kann, hilft eine solche Feststellung nicht wirklich weiter aber sie zeigt doch sehr klar, dass da jemand trotz Videounterstützung eklatante Schwierigkeiten hatte, sich das bewegte Bild zu merken und im Kopf zu unterscheiden. Selber ausprobieren mit einer Katalogseite oder gar einfach mit einem Bilderbuch der Kinder. Wenn nicht wenigstens 60 Prozent hängen bleiben, dann wird es hohe Zeit etwas zu tun. Oder einen Film ansehen und sich daran erinnern, wie sich die Schauspieler bewegt haben und in welche Richtung sie gelaufen sind, das kann Freude bereiten, ist mitunter aber auch Arbeit. Sich seine eigene Bewegung vorstellen, sie im Kopf umstellen und den Körper anders ausführen lassen, ist eine Kunst. Aber diese Kunst kann man lernen

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