Die 4 Grundformen der Angst

Bereits 1961 veröffentlichte der Psychoanalytiker Fritz Riemann die Grundformen der Angst. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich dabei um die „Angst vor der Hingabe“, die „Angst vor der Selbst- oder Ich-Werdung“, der „Angst vor der Veränderung“ und der „Angst vor der Notwendigkeit“. Das Buch, „Die Grundformen der Angst“, ist eine tiefenpsychologische Studie, die 2017 bereits in der 42. Auflage erschienen ist. Ohne jetzt tiefer in die Thematik einzusteigen, zeigen diese 4 Grundformen, wie unvermeidlich das Thema Angst zu unserem gesamten Leben gehört. Jeder kann sich hier wieder finden. Jeder Mensch beherbergt diese Ängste von Beginn an in seinem Inneren und jede dieser vier Formen beeinträchtigt uns mal mehr, mal weniger, die eine oder andere womöglich gar nicht. Das ist aber von Mensch zu Mensch verschieden. Das Ziel des IAM ist es, Angst zu erklären und diese vier Grundformen eigenen sich bestens dazu. Sie sind der Schlüssel dazu, einen Angstzustand einzugrenzen und ihn zu deuten. Das heißt nicht, dass wir dadurch „angstfrei“ werden. Ich persönlich bin der Meinung, dass das gar nicht geht und auch gar nicht sinnvoll wäre. Selbst Psychopathen haben Ängste, nur sind sie aufgrund ihrer Veranlagung wesentlich geschickter darin, sie in das Leben zu integrieren und damit zu leben. Es gibt übrigens keine Wertung oder gar Reihenfolge, welche dieser vier Grundformen nun die schlimmste Form der Angst ist. Nehmen wir nur als Beispiel die Angst vor der Veränderung. Tatsächlich reicht das von so einfach Dingen wie Möbel in seinem eigenen zu Hause umzustellen bis hin zum Tod. Das gesamte Leben unterliegt einer ständigen Veränderung. Jeder Tag ist anders, jeden Tag verändert sich unsere Stimmung. Manchmal sind wir krank oder wir haben uns einfach nur beim Sport verletzt und können nicht mehr normal gehen. Aus einem jungen Körper wird ein alter Körper. Uns nahe stehende Menschen sterben, unser eigener Tod steht uns ständig vor Augen. Dabei haben wir aber noch gar nicht berücksichtigt, dass wir selbst uns manchmal bewusst verändern wollen und selbst diese selbst gewählte Veränderung kann ein Gefühl der Angst erzeugen. Man sieht also schon an diesem einfachen Beispiel, wie vielfältig die Angst ist. Und diese sehr kleine Aufstellung der Veränderung, die ich hier vorgenommen habe, entbehrt jeglicher Form der Vollständigkeit. Aber eines wird deutlich: Aus den vier Grundformen der Angst heraus, kann man tatsächlich jedem seine Ängste erklären und entsprechend gegensteuern. Vor ein paar Monaten fragte mich eine Frau: „Aber was ist, wenn ich morgen tot bin?“. „Dann ist das so!“, antwortete ich. „Das weißt Du aber ja heute und jetzt nicht, also macht es auch keinen Sinn, sich jetzt damit zu befassen. Weil ganz und gar ausschließen, kann das ja keiner von uns.“ Aber was ist dann, wenn ich tot bin?“ Umberto Eco hatte darauf eine ganz simple Antwort, die nicht einmal ansatzweise dazu geeignet ist, Angst zu erzeugen. Er sagte: „Wenn wir tot sind, sind wir einfach nicht mehr da!“

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